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Offener Brief an den Landesdatenschutzbeauftragten von Rheinland-Pfalz

Donnerstag, 23. Januar 2014

Sehr geehrter Herr Dr Globig,

vielen Dank für den interessanten Vortrag, den Sie am Dienstag im Rahmen des Karlsruher Dialogs zum Informationsrecht am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehalten haben.

In der anschließenden Diskussion habe ich Sie gefragt, inwiefern Sie beim Landesdatenschutzbeauftrageten Rheinland-Pfalz Wert darauf legen, darauf hinzuwirken, dass Schüler im Informatikunterricht nicht nur lernen, die proprietären Produkte eines einzigen Software-Konzerns zu konsumieren, sondern sie auch oder sogar nur in freier Software zu unterrichten. Wenn ich Ihre Antwort richtig verstanden habe, meinten Sie, dass dieser Aspekt für Sie keine große Bedeutung habe, weil Sie nicht davon ausgingen, dass Software sicherer sei, nur weil sie frei ist. Ich würde mich freuen, wenn ich Ihnen kurz darlegen dürfte, weswegen ich der Meinung bin, dass freie Software tatsächlich ein entscheidender Baustein dafür ist, dass jeder einzelne sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung in einer digitalen Welt effektiv wahrnehmen kann.

Zunächst möchte ich kurz definieren, was ich unter freier Software verstehe. Leider ist das Wort frei in der deutschen (wie übrigens auch in der englischen) Sprache mehrdeutig. Die lateinische Sprache hat die beiden unterschiedlichen Wörter gratis (wie in Freibier) und libre (wie in Freiheit). Freie Software ist keine Frage des Preis’ Continue reading